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Sekundäre Traumatisierung FB.pdf
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Sekundäre Traumatisierung:

Nicht nur das direkte persönliche Erleben eines Ereignisses, sondern auch das Miterleben bzw. davon Hören eines unerwarteten oder gewaltsamen Todes, schweren Leides oder die Verletzung eines Menschen kann zu einer Traumatisierung beim „unbeteiligten“ (nicht selbst traumatisierten) Beobachter führen. D.h. man muss nicht in zeitlicher und / oder örtlicher Nähe des Unglückes gewesen sein, alleine das Erzählte reicht aus, um Helfer / psych. Fachkräfte zu traumatisieren.

Gerade Menschen in helfenden Berufen sind diesem Risiko ausgesetzt, da sie sich ständig mit dem Leid und der Trauer der Patienten / Klienten auseinander setzen müssen. Mitverantwortlich für diesen psychischen Vorgang sind die Spiegelneurone: Die Simulationstheorie führt zu der Annahme, dass während der Beobachtung eines emotionalen Zustandes einer anderen Person, dieselben neuronalen Netzwerke aktiv werden, wie während des eigenen Erlebens dieser Emotion.

 

 

Je länger nach einer berufsbedingten Traumatisierung die professionelle Unterstützung ausbleibt, desto schwieriger wird die konstruktive Verarbeitung und umso eher kommt es zur Chronifizierung von Gesundheitsschäden“. Pankert & Gehrke (2015)

 

 

Eine Sekundäre Traumatisierung ist (im Gegensatz zur PTBS) eine langsam schleichende und über einen längeren Zeitraum sich entwickelnde Belastungsstörung und  ebenso eine normale Reaktion auf die stets belastende, manchmal traumatisierende Arbeit mit den Betroffenen. Sie ist kein Ausdruck von Schwäche oder mangelnder Berufseignung
Die Folgen einer Sekundären Traumatisierung können sein:
   soziale Isolation, Aggression, Zynismus
§Unfähigkeit, die Routinearbeiten des Alltag fortzusetzen,
§das Gefühl des Getriebenseins, der Überlastung,
§emotionale Taubheit,
§ eine Reduzierung des Einfühlungsvermögens,
§Leugnen der eigenen Sorgen, Belastungen und Ängsten,
§Entfremdung, Misstrauen,
§Träume über und Erinnerung an das miterlebte Geschehen
§Schlafstörungen
§bis hin zur Depression