Traumatherapie

die Behandlung von akuten bzw.  chronischen Traumatisierungen erfolgt (meist) in 3 Phasen. Meist deshalb, weil es öfter vorkommen kann, dass durch die Stabilisierungsphase die explizite Auseinandersetzung mit dem Trauma ausfallen kann.

 

1. Stabilisierungsphase

Wie der Name erahnen lässt, geht es in dieser Phase um die Stabilität im Inneren und Äußeren des Klienten. Dazu gehört eine stabile, haltvermittelnde Beziehung zum Therapeuten / Psychologen.

Ist die Vertrauensbasis geschaffen, kann nach dem Tempo des Klienten vorgegangen werden. Oft sind Erklärungen, welche innerpsychischen Vorgänge für die Entstehung von Traumata verantwortlich sind, sehr hilfreich. Ebenso können akute Belastungsreaktionen bzw. die Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung erklärt werden, somit weiß der Klient, dass diese Reaktionen / Störungen ganz normale Reaktionen auf das von ihm Erlebte sind. 

In dieser Phase kann man auch mittels Imaginationsübungen  selbst zur eigenen Heilung beitragen und damit mehr Eigenverantwortung und Eigensteuerung  übernehmen.

 

Beispiel "Innerer Tresor": https://www.youtube.com/watch?v=jL7oaUqZQgY

 

Die wichtigste Regel für den Therapeuten / Psychologen lautet:

 

Über die traumatischen Erfahrungen wird nicht gesprochen - oder: Es kann über alles, es muss aber über nichts gesprochen werden. 

 

Für einige PatientInnen sind Angebote in Körperwahrnehmung, Spannungsreduktion und Selbstfürsorge sehr hilfreich, dies kann durch das Erlernen  der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson oder des autogenen Trainings erfolgen. 

Ebenso wird ein "innerer sicherer Ort" kreiert und mithilfe der "Tresorübung" kann gelernt werden, das belastende Ereignis so "wegzusperren", dass es nur vom Klienten selbst bei Bedarf (um es zu verarbeiten) wieder hervorgeholt werden kann.

 

2. Traumabearbeitungsphase

Die Methoden der Stabilisierungsphase werden während der ganzen Therapie fortgesetzt. Die Phase der Traumabearbeitung und die Phase der Stabilisierung können sich im Verlauf der Behandlung immer wieder abwechseln.

Die Traumabearbeitung erfolgt durch ein strukturiertes, dosiertes und kontrolliertes Wiedererleben zentraler Aspekte des Traumas. Dadurch wird der Verarbeitungsprozeß der traumatischen Erlebnisse weiter fortgesetzt, die Speicherung der Traumata im Gehirn verändert sich, durch Wiedererleben kommt es zur Integration dieser Erfahrungen in die Gesamtpersönlichkeit.

 

Die Konfrontation mit dem Trauma können folgende Methoden zum Einsatz kommen:

der Screen- bzw. Bildschirmtechnik

dem EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) oder

Brainspotting BSP  (siehe dort)

Behutsame Trauma-Integration  "TRIMB" nach Ellen Spangenberg

 

für Kinder und Jugendliche eignen sich auch "spielerische" Methoden (siehe dort)

 

3. Integrationsphase

In der 3. Phase geht es um die weitere Verarbeitung im Sinne von Integration des Geschehenen in das alltägliche Leben.

Dies kann mit Trauerarbeit und / oder dem Erlernen neuer Bewältigungsstrategien einhergehen.